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No Border Camp in NRW – Einladung zum Vorbereitungstreffen

SO, 13. NOV 2011 –  13 UHR 

LINKES ZENTRUM/HINTERHOF, Corneliusstr. 108 , Düsseldorf

Liebe Leute,

Wir machen es!

Auf einem ersten Treffen zu der Frage nach einem No Border Camp 2012 in NRW haben sich die anwesenden Gruppen und Einzelpersonen dafür ausgesprochen, diesen Plan zu wagen.

In ersten Überlegungen wurde dafür gesprochen, den Elan neu entstandener antirassistischer Gruppen in NRW zu nutzen, um gebündelt, mit vielen in einem gemeinsamen Projekt aktiv zu werden. Dabei können wir auf die Anstrengungen und Erfahrungen der schon länger laufenden Arbeit gegen die Abschiebungen am Düsseldorfer Flughafen zurückgreifen.

An diesem Ort, an dem in jüngster Zeit etliche Sammelabschiebungen gegen Roma stattfanden, würde sich ein inhaltlicher Schwerpunkt der Kritik des Antiziganismus anbieten. Schauen wir uns die europäischen Kontexte an, werden wir zudem kaum um eine Auseinandersetzung mit dem Aufwind herumkommen, den extrem Rechte in etlichen Ländern, beispielsweise in Ungarn, erfahren. Aber auch Frontex, das deutsche Lager- und Abschiebesystem sollen Thema sein und zweifellos – nach den Debatten der letzten zwei Jahren ein gesellschaftlich immer legitimer erscheinender Rassismus, Stichwort Sarrazin.

All diese Kritiken – ohne uns jetzt schon thematisch festzulegen – sollen in einem No Border Camp auch ihren praktischen Ausdruck finden. Es geht auch darum, jenseits des Flugblatt-Verteilens handlungs- und interventionsfähiger zu werden. Ob sich der enorme Aufwand der Organisation eines Camps entsprechend dem politischen Output lohnt, wissen wir nicht. Gewiss wird es einen Fokus auf begleitender Medienarbeit/Öffentlichkeitsarbeit geben. Aber auch „nach innen zu wirken“ ist uns wichtig. Antirassismus war in den letzten Jahren innerhalb der radikalen Linken (zumindest in NRW) kaum mehr ein spektrenübergreifendes Thema. Wir denken, dass das vorläufige Ende der „Grenzcamps“ nach Köln 2003 auch dazu geführt hat, dass in aktionistischen Zusammenhängen Antirassismus von der politischen Bewegungskarte weitgehend verschwunden ist. Politisch gibt es dazu keinen Grund. Es geht uns also auch darum, dem Thema einen „Schub“ zu verpassen. Eine größere, breitere antirassistische Mobilisierung macht für uns Sinn. Wir hoffen auf ein nicht weiß dominiertes Grenzcamp.

Wir freuen uns darauf, auf einem Camp verschiedene Perspektiven zusammen kommen zu lassen, wir freuen uns auf das Zusammenspiel von Rassismuskritik, antifaschistischen, feministischen, kapitalismuskritischen Perspektiven. Auf das Zusammenspiel von weißen rassismuskritischen Menschen und denen, die von Rassismus negativ betroffen sind.

Nicht zuletzt geht es um die soziale Komponente eines Camps. Camps waren ja immer irgendwie mehr als nur eine Woche zusammen Aktionen zu machen. Die vernetzenden, solidarischen Aspekte sind oft geblieben (der Streit auch). Wir erhoffen uns ein Camp mit internationaler Beteiligung, wir wollen uns verstärkt um eine Vernetzung mit Antirassist_innen aus Belgien und den Niederlanden kümmern.

Schließlich sind wir uns im Klaren darüber, dass viel Arbeit ansteht. Bei einem zweiten Treffen wird es auch darum gehen, auszuloten, wie viel Zeit und Kraft wir jeweils für die Vorbereitungen haben. Klar ist aber schon jetzt: Wir müssen mehr werden! Und die Organisation des Camps kann schließlich nicht nur „Kraft kosten“ sondern ein Camp kann eben auch jede Menge Dynamik erzeugen.

Lasst uns zusammen kommen und zusammen weiter überlegen.

Wir laden euch hiermit herzlich zu einem zweiten Treffen ein.

Am Sonntag den 13.11.11 in Düsseldorf,

13 Uhr, Linkes Zentrum, Hinterhof, Corneliusstr. 108

Kontakt: noborder_duesseldorf[att]riseup[dot]net

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