21. Januar | 18 Uhr | Rathausplatz | Kundgebung gegen Abschiebungen Es wurden 140 Personen nach Serbien und Mazedonien abgeschoben, darunter eine alleinerziehende Mutter mit ihren sechs Kindern aus Freiburg.

21/01/2015 17:01 0 Kommentar
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Familie Ametovic wurde gestern abgeschoben.

Trotz informeller Ank├╝ndigungen aus der Politik fand gestern wieder eine Sammelabschiebung vom Baden Airpark statt. Es wurden 140 Personen nach Serbien und Mazedonien abgeschoben, darunter eine alleinerziehende Mutter mit ihren sechs Kindern aus Freiburg. Wir hatten uns f├╝r ein Bleiberecht der Familie Ametovic eingesetzt und sind ersch├╝ttert ├╝ber das eiskalte Vorgehen der Beh├Ârden.

Um unserer Wut Ausdruck zu verleihen und unsere Solidarit├Ąt mit den abgeschobenen und von Abschiebungen bedrohten Menschen zu bekunden, findet heute wieder eine Kundgebung am Tag X+1 statt.

21. Januar | 18 Uhr | Rathausplatz | Kundgebung gegen Abschiebungen

Mehr Infos:

Am 20. Januar 2015 wurden Dejan (10 Jahre), Stiven (7 J.) , Andrijan (4 J.), Ervin (3 J.), Valerjia (2 J.), Martin (1 J.) und die Mutter Sadbera Ametovic um 6 Uhr morgens aus dem Bett geholt, von der Polizei zum Baden-Airpark gebracht und von dort am sp├Ąten Nachmittag nach Serbien abgeschoben. Die Familie wurde ohne Geld abgeschoben. In Serbien haben sie – bei Temperaturen bis minus 20 Grad – keine ausreichende Unterkunft und k├Ânnen nicht auf staatliche Unterst├╝tzung hoffen.

In Ni┼í (Serbien) lebten die Kinder in Crvena Zvezda (Roter Stern), in einem Elendsviertel. Seit Juni letzten Jahres gibt es dort keinen Strom. Ein gro├čer Teil der bewohnten Fl├Ąche geh├Ârt einem amerikanischen Investmentfond. Die irregul├Ąre Siedlung soll einem neuen Fu├čballstadion weichen.

Serbien ist f├╝r die Familie kein sicheres Herkunftsland. Extreme Armut, schlechte Wohn- und Lebensbedingungen, unhygienische Verh├Ąltnisse, Unterern├Ąhrung und Hunger waren Ursache f├╝r Krankheiten. Einige der Kinder haben Lungenentz├╝ndungen und schwere Bronchitis hinter sich. F├╝r ihre medizinische Versorgung bei hohem Fieber, Windpocken, Grippe und Kr├Ątze fehlte das Geld. Alle Kinder sind kleinw├╝chsig. Dies ist Folge der Armut, die aus der strukturellen Diskriminierung von Roma in Serbien resultiert. Stiven ist zudem geistig behindert, die Mutter an Hepatitis B erkrankt und gesundheitlich geschw├Ącht.

Um die Gef├Ąhrdung von den Kindern abzuwenden, kam es in Freiburg zu einem umfangreichen Hilfseinsatz durch sozialp├Ądagogische Fachkr├Ąfte. Zun├Ąchst wurde ihre elementare Grundversorgung sichergestellt. Die Hilfen griffen und die Kinder machten gesundheitlich erfreuliche Fortschritte. Nun wurden sie zur├╝ck ins Elend abgeschoben ÔÇô eine ganz klare Gef├Ąhrdung ihres Kindeswohls!

Die Abschiebung erfolgte ohne Ank├╝ndigung und kam f├╝r die Familie v├Âllig ├╝berraschend. Noch Mitte Dezember verk├╝ndete Oliver Hildenbrand, Landeschef der Gr├╝nen: ÔÇ×Wenn wir die humanit├Ąre Einzelfallpr├╝fung ernst nehmen, haben wir in der Praxis einen Winterabschiebestopp, ohne das wir ihn so nennen.ÔÇť

Freiburger Forum – aktiv gegen Ausgrenzung










 

Wir fordern: Sofortiges Wiedereinreise- und R├╝ckkehrrecht von Frau Ametovic und ihren Kindern nach Freiburg!

Unterschreibt die Petition, macht Druck auf das Innenministerium von Baden-W├╝rtteberg, damit Frau Ametovic und die Kinder wieder einreisen k├Ânnen!

In der Petition ist alles, was man dazu wissen muss erkl├Ąrt!

https://www.openpetition.de/petition/online/sofortiges-wiedereinreise-und-rueckkehrrecht-von-frau-ametovic-und-ihren-kindern-nach-freiburg

 

 

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