UnfAir-Berlin – Protestaktion gegen Charterabschiebungen im Flughafen Tegel

17/06/2013 19:27 1 comment

Pressemitteilung
Berlin, 17.6.2013

UnfAir-Berlin – Protestaktion gegen Charterabschiebungen im Flughafen
Tegel

Flughafen-Protest gegen Abschiebungen

http://www.tagesspiegel.de/politik/fluechtlinge-flughafen-protest-gegen-abschiebungen/8362828.html

DSC00502 air-berlin-protest

Gestern nachmittag versammelten sich etwa 20 AktivistInnen im
Flughafen Tegel und verwandelten kurzfristig das Terminal C, welches
ausschließlich von Air Berlin genutzt wird, in eine Protestzone gegen
Abschiebungen. Mit Transparenten, Aufklebern, Flyern, Kotztüten sowie
kurzen Redebeiträgen über eine Lautsprecheranlage wurde gut sicht-
und nicht überhörbar auf die zentrale Rolle von Air Berlin als
Charterabschiebe-Airline Nr. 1 aufmerksam gemacht. Auf einer großen
Weltkarte, auf der Air Berlin alle ihre Flugziele präsentiert, wurden
ihre Abschiebeflugrouten eingezeichnet und der sofortige Stopp der
Charterabschiebungen von UnfAir-Berlin gefordert (siehe angehängte
Fotos).

DSC00498

„Deportations are a crime – Abschiebungen sind ein Verbrechen“, das
hatten selbstorganisierte Flüchtlinge auf einem Tribunal in den
vergangenen Tagen in Berlin (siehe http://www.refugeetribunal.org/ )
immer wieder als zentrale Anklage gegen die Bundesrepublik
Deutschland formuliert.
Air Berlin kollaboriert und profitiert in besonderer Weise vom
boomenden Geschäft mit den  polizeibegleiteten Sammelabschiebungen,
2012 hatte diese Airline monatlich Flugzeuge bereitgestellt, um von
Düsseldorf und Stuttgart aus Abschiebungen vor allem Richtung Serbien
und Kosovo zu ermöglichen. Vor allem Roma-Familien werden mit diesen
von der Grenzschutzagentur Frontex finanzierten Charterabschiebungen
außer Landes geschafft.

Am morgigen Dienstag, dem 18. Juni, wird es erneut eine
Sammelabschiebung vom Düsseldorfer Flughafen aus geben – bereits die
dritte in diesem Jahr. Bei einem Großteil der Betroffenen handelt es
sich erneut um Roma, die vor systematischer Diskriminierung und
Ausgrenzung aus dem ehemaligen Jugoslawien geflohen sind und zum Teil
schon seit vielen Jahren hier in Deutschland leben. Wie eine
Delegation aktuell dokumentierte, müssen die Abgeschobenen unter
menschenunwürdigen Bedingungen in Serbien um ihr Überleben kämpfen.
„Kinder müssen in selbstgebauten Sperrmüllbaracken leben, viele
Familien wissen nicht, was sie am nächsten Tag essen sollen. Die
hygienische Situation ist vielerorts eine Katastrophe. Zum Teil
bestand noch nicht einmal eine Versorgung mit Wasser, ganz abgesehen
von einem Zugang zu Gesundheitssystem oder Sozialleistungen“ (aus dem
Bericht des Roma-Centers Göttingen vom 14. Juni 2013).

Wir fordern Air Berlin auf, das schmutzige Geschäft mit den
Charterabschiebungen sofort zu beenden. Abschiebungen sind ein
rassistisches Unrecht!
kein mensch ist illegal!

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