„Recht auf Bleiberecht! Dulden heißt beleidigen!“ Demonstration in Rostock

01/12/2012 16:09 0 comments

staedte-01

Programm Rostock

  Vormittag Nachmittag Abend
Di, 04.12 Anreise bis 21.00 Uhr und Ankommen in der Jugendherberge
Mi, 05.12 Workshops Workshops Demonstration um 17.00 Uhr HBF
Do, 06.12 Pressekonferenz Workshops JoG Gala: Preisverleihung für die Initiativen, Wahl des Abschiebeministers und Party mit Live Musik
Fr,  07.12 Unterschriftenübergabe Abschlussplenum Abreise

 

Mehr dazu:  Protest- und Kulturprogramm zur Innenministerkonferenz in Rostock

Pressekonferenz

Wann:
Donnerstag, 6.Dezember um 10 Uhr

Wo:
DGB-Haus Rostock-Schwerin
August-Bebel-Str. 89
18055 Rostock

Wer:

  • Günter Burkhardt, PRO ASYL
  • Ulrike Seemann-Katz, Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern
  • Nurjana Arslanova, Jugendliche ohne Grenzen
  • Marija Kurtic, Romacenter Göttingen e.V.

Lokale Solidaritetsaktion “Las mich nicht fliegen!”

  • Münster am 5.12.2012 um 18Uhr auf dem Prinzipalmarkt (Flyer)
  • Marburg am 05.12.2012 von 17-19 Uhr auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz
  • Bremen am 05.12. AB-Ballonaktion an der Uni (Flyer)
  • Berlin
  • Bochum 5.12. um 15 Uhr Luftballon-Aktion, vor dem Hbf. Kurt-Schumacher-Platz
  • Essen 04.12.2012 / Flashmob und Kundgebung in Essen am Hauptbahnhof (Willi Brand Platz vor Kaufhof) um 14 Uhr
  • Erlangen 12-13 Uhr
  • Frankfurt am Mi,5.12. um 18 Uhr vor der Katharinenkirche, Hauptwache, FFM.
  • Oldenburg
  • Göttingen 05.12.2012 / FussgängerInnenzone, Ecke Jüdenstraße/Weender Straße 18.00 Uhr (Flyer)
  • Hannover Sa.1.12. 2012 – 12 Uhr Hauptbahnhof (Flyer)

 

5. Dezember 2012 17 Uhr | Rostock Hauptbahnhof | Kommt auch und unterstützt uns in unsererm Widersstand!

Die Innenminister treffen sich vom 5. bis 07. Dezember zu ihrer jährlichen Hauptkonferenz. Bei dieser Gelegenheit sind regelmäßig auch Bleiberecht und Migration Thema.

 

yag-bari-sw logo alle bleiben faust

Die Äußerungen des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich zu Maßnahmen gegen Flüchtlinge aus Serbien und Mazedonien gingen nur wenige Tage nach der Einweihung des Genozidmahnmales für die Roma und Sinti durch die Presse und auch wenn Friedrich allgemein von “Asylbetrügern” spricht, ist klar welcher Gruppe diese Abwehr besonders gelten wird. Ein Großteil dieser von Fridrich ungewünschten Flüchtlinge sind Roma, die in weiten Teilen Ost-Europas in existenzbedrohender Weise diskriminiert werden. Einige unter diesen Flüchtlingen sind auch junge Roma, die in Deutschland geboren oder aufgewachsen waren aber mit ihren Familien abgeschoben oder zur „freiwilligen“ Ausreise nach Serbien genötigt wurden. Sie nutzen die Visaliberalisierung um jetzt zurückzukehren.

Unterdessen gehen die Abschiebungen von langjährig geduldeten Roma nach Kosovo weiter. Einige dieser Roma leben schon seit über 20 Jahren in Deutschland.

Die junge Mutter Egzonita ist in Deutschland alleine mit ihrer 18 Minate alten Tochter. Der Familienvater wurde nach Kosovo abgeschoben. Sie weiß nicht wie sie ohne das Einkommen ihres Mannes sich und das Mädchen versorgen soll. Wird sie abhängig von Sozialleistungen drohen auch ihnen der Verlust des Aufenthaltsstatus und die Abschiebung. Egzonita ist verzweifelt, vermisst ihren Mann, kann sich kein Leben im Kosovo vorstellen, sie ist wie ihre Tochter in Deutschland geboren … Ihr Mann steht unterdessen in Priština ohne Geld vor dem Flughafen und weiß nicht wo er hingehen soll. Die Polizisten hatten ihm nicht einmal erlaubt seine Frau zum Abschied in den Arm zu nehmen und er musste den ganzen Flug über Handschellen tragen. Es gibt jetzt auf absehbare Zeit für ihn als Abgeschobenen keine legale Möglichkeit zu seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. „Das ist nicht leicht!“ sagt er.

Dieses Vorgehen gegen Roma, die hier in Deutschland Schutz vor rassistischer Diskriminierung suchen steht im krassen Gegensatz zu den Aussagen der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bei der Eröffnung des Mahnmals jeden Einzelnen dazu aufrief Roma und Sinti bei ihrem Widerstand gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Ablehnung zu unterstützen.

Aber nicht nur Roma sondern 85.000 Geduldeten in Deutschland brauchen unsere vereinigte Solidarität! Angst vor der Abschiebung, Ausbildungs- und Arbeitsverbot, Residenzpflicht, eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsversorgung, Wohnen in Lagern, Essenspakete und weitere diskriminierende Sonderregelungen gehören für sie zum Alltag.

Wir fordern daher:

Bleiberecht für alle!
Recht auf Gleichberechtigung von Flüchtlingen und Migranten_innen!
Recht auf Bildung, Ausbildung und Arbeit!
Recht auf Kinderrechte, auch für Flüchtlinge!
Recht auf Bewegungsfreiheit und selbstbestimmtes Leben ohne diskriminierende Sonderregelungen!
Recht auf Legalisierung von Menschen ohne Papiere!
Recht auf Rückkehr für unsere abgeschobenen Freunde!

Wir, das sind:

alle bleiben!
Bündnis Yag Bari
EUROPEAN ROMA MOVEMENT

Gemeinsam mit Jugendliche ohne Grenzen (JoG)

Du kannst nicht persöhnlich nach Rostock reisen? Dann hol dir den Protest in deine Stadt!

untitled

Leave a Reply


 

Weitere Nachrichten

  • News Unterstützt unsere gemeinsame Kampagne – Pass(t) uns allen

    Unterstützt unsere gemeinsame Kampagne – Pass(t) uns allen

    In Deutschland leben aktuell mehr als 11 Mio. Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. 1,5 Mio von ihnen haben keinen deutschen Pass, obwohl sie hier geboren sind. Zugleich liegt die Einbürgerungsquote mit unter 2% im unteren Drittel der EU. Wenn Menschen, die seit Jahren hier leben oder hier geboren sind, nicht vor Abschiebung geschützt sind, nicht wählen dürfen und in ihrem Alltag zahlreichen Beschränkungen unterliegen, ist das nicht nur ungerecht, sondern auch ein massives Demokratiedefizit! Auch angesichts rechtsterroristischer Anschläge und Alltagsrassismus ist […]

    Read more →
  • News 30.11.2022 Antirassistischen Demo anlässlich der IMK 2022 in München

    30.11.2022 Antirassistischen Demo anlässlich der IMK 2022 in München

    Mittwoch, 30.11.2022 – 18.00 Uhr – Geschwister-Scholl-Platz Welche Sicherheit? Wessen Sicherheit? Wir haben ein Sicherheitsproblem! Am 08. August 2022 erschießt die Polizei den 16-jährigen Mouhamed Lamine Dramé, der aus dem Senegal nach Deutschland geflüchtet war. Die Betreuer*innen seiner Jugendhilfeeinrichtung hatten die Polizei verständigt, um eine Selbstverletzung zu verhindern, da er sich in einer psychischen Krise befand. Als die Polizei eintraf, saß Mouhamed in einem Innenhof. Es ging keine Gefahr von ihm aus, trotzdem griffen die Polizist*innen ihn an und schossen […]

    Read more →
  • News Angriff auf Roma – 30 Jahre Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Demo am 27. August

    Angriff auf Roma – 30 Jahre Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Demo am 27. August

    Angriff auf Roma – 30 Jahre Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Demo am 27. August Im August 1992 haben Rechtsextreme und „besorgte Bürger:innen“ tagelang Geflüchtete, vor allem Roma, sowie vietnamesische Vertragsarbeiter:innen angegriffen und ihre Unterkünfte in Brand gesteckt. Dieser Pogrom war das Ergebnis der politischen und medialen Hetze gegen Geflüchtete Anfang der 1990er Jahre. Fokus dieser rassistischen Debatten waren Roma. In 2022 jährt sich dieser schlimmste Angriff auf Geflüchtete in der Nachwendezeit zum 30. Mal. Aus diesem Anlass findet am 27. August […]

    Read more →
  • Material News Stellungnahme des Bundes Roma Verbands zur Migrationspolitik der neuen Bundesregierung und zum geplanten „Chancen-Aufenthalt“

    Stellungnahme des Bundes Roma Verbands zur Migrationspolitik der neuen Bundesregierung und zum geplanten „Chancen-Aufenthalt“

    Mögliche Perspektiven oder weiterhin Aufenthalte auf Probe? Der Bundes Roma Verband begrüßt die Weiterentwicklung des Aufenthaltsrechtes und die neu geschaffenen Möglichkeiten für viele langjährig Geduldete in der Bundesrepublik Deutschland. Der BRV kritisiert aber die Nichtbeachtung der Interessen und der Situation vieler in Deutschland lebender Roma. Aufgrund der Desintegrationspolitik der letzten Jahrzehnte werden Langzeitgeduldete es auch weiterhin schwer haben, die geforderten Bedingungen zu erfüllen. Gleichzeitig wird es Ausländerbehörden nach wie vor leicht gemacht, die neuen Möglichkeiten für schutzsuchende Roma nicht anzuwenden. […]

    Read more →
  • Lebensgeschichte Material News spende Geflüchtete Roma aus der Ukraine in Polen Ein Reisebericht des Roma Centers

    Geflüchtete Roma aus der Ukraine in Polen Ein Reisebericht des Roma Centers

    Am 26. April fährt die Delegation des Roma Centers in Göttingen los und kommt um 3 Uhr morgens in Krakau an. Nach wenigen Stunden Schlaf treffen wir uns mit der Vorsitzenden und weiteren Ehrenamtlichen der polnischen Roma-NGO Harangos. In einem Hostel haben sie mehr als 100 Roma, überwiegend Frauen und Kinder, untergebracht, die aus der Ukraine geflohen sind und von den offiziellen Unterstützungs-Strukturen komplett im Stich gelassen wurden. Nachdem wir von ihrer desolaten Situation erfahren hatten, haben wir mit mehreren […]

    Read more →
  • Lebensgeschichte Material News Justice for Kosovo Roma. Kosovo Roma Rights Coalition bei EU Roma Week

    Justice for Kosovo Roma. Kosovo Roma Rights Coalition bei EU Roma Week

    Am 16. Mai ist International Roma Resistance Day. An diesem Tag fand 2022 die Eröffnung der EU-Roma Week im Europaparlament in Brüssel statt. Die Kosovo Roma Rights Coalition (KRRC), ein Zusammenschluss von Roma-Organisationen aus verschiedenen europäischen Ländern, hat dort die Veranstaltung »Justice for Kosovo Roma« durchgeführt. Die Veranstaltung wurde gestreamt, jedoch ist die Übersetzung der Beiträge von Romanes auf Englisch eher schwach, daher berichten wir hier ausführlich darüber. In Europa erleben wir derzeit einen Krieg, in dem Roma nicht nur […]

    Read more →
  • News Nie wieder Krieg! 7. und 8. Mai 2022: Demos zum Tag der Befreiung in Göttingen

    Nie wieder Krieg! 7. und 8. Mai 2022: Demos zum Tag der Befreiung in Göttingen

    Samstag, 7. Mai 2022 Demonstration um 14 Uhr am Gänseliesel, Göttingen. Vor wievielen Kriegen Roma geflohen sind, in wievielen Kriegen sie vertrieben wurden, können wir nicht mehr zählen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 1,5 Millionen Roma und Sinti aus rassistischen Gründen verfolgt und ermordet. Der Porajmos, die Vernichtung der Roma im Zweiten Weltkrieg, war die bisher schlimmste Phase in der Verfolgungsgeschichte der Roma. Roma trugen einen bedeutenden Teil zur Befreiung bei. Sie kämpften in der Roten Armee, bei den Partisanen, […]

    Read more →
  • Lebensgeschichte Material News Bewegungsfreiheit und Schutz für Roma aus der Ukraine!

    Bewegungsfreiheit und Schutz für Roma aus der Ukraine!

    Nicht alle Roma verlassen die Ukraine und nicht alle werden Opfer diskriminierender Behandlungen. Doch die Berichte über Diskriminierung von Romnja* an den Grenzen nehmen zu. Sie werden nicht in Autos mitgenommen, Busunternehmen weisen sie ab. In den Ankunftsorten werden sie aus unerfindlichen Gründen von den „weißen“ Ukrainer:innen separiert. Auch in den Ankunftsorten in Deutschland gibt es Schwierigkeiten. Es braucht große Räume Überwiegend Frauen und Kinder sind auf der Flucht, mit Jugendlichen und manchmal pflegebedürftigen Angehörigen. Sie mussten sich von ihren […]

    Read more →