Hamburg:Demonstration mit 600 Leuten!„Keine Abschiebungen von Roma! Alle Roma bleiben hier!“

20/07/2015 04:26 1 comment
Foto: © R O M A D N E S s

Foto: © by R O M A D N E S s

Demonstration mit 600 Leuten!

am Samstag, den 18. Juli, versammelten wir uns mit 600 Leuten zu einer Demonstration. Wir, das waren viele Roma aus Asylunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen, Vertreter_innen der Lampedusagruppe und auch viele Unterstützer_innen.
Beim Grünen Jäger ging es los mit einer Rede von Peggy Parnass, deren Eltern von Deutschen im Konzentrationslager Treblinka ermordet wurden und die den Romaprotesten ihre Solidarität aussprach: „Wir werden zur Zeit Gott sei Dank nicht mehr abgeschlachtet. Das ist schon ein Fortschritt. Aber diskriminiert, beiseitegeschoben, weggedrängt. Immer noch, immer noch. Das hat Tradition. So darf es aber nicht bleiben!“

DSC_5042_fhdr

Weiter ging es mit einem Redebeitrag der Lampedusagruppe, welche wie auch schon bei ihren Protesten in den letzten Monaten die Situation in den Lagern kritisierte und die Forderung nach einem Abschiebestopp, dem Bleiberecht und der uneingeschränkten Arbeitserlaubnis für die hier lebenden Menschen stellte.
Danach ging es begleitet von Sprechchören „1, 2, 3, 4, alle Roma bleiben hier“ und „We are here and we will fight, freedom of movement is everybodys right“ Richtung Altona.

DSC_5164_fhdrAm Bruno-Tesch-Platz gab es dann eine Zwischenkungebung. Dort wurde ein Redebeitrag einer Freiburger Romagruppe abgespielt. Idriz beschrieb dort die menschenunwürdige Lebenssituation der Roma in den sogenannten „sicheren Herkunftsländern“.
Angekommen am Bahnhof Altona gab es dann noch einen Redebeitrag des Hamburger Flüchtlingsrats. Dieser berichtete von der letzten Abschiebewelle gegen Roma vor einigen Jahren. Außerdem wurden die jüngsten Äußerungen von Olaf Scholz thematisiert. Dieser bekräftigte wieder mal das Märchen der „sicheren Herkunftsländer“. Asylanträge von Geflüchteten aus diesen Ländern werden fast immer als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt. Eine wirkliche Prüfung der Fluchtgründe und Kenntnisnahme der zahlreichen Berichte über die Lebenssituation der Roma dort findet nicht statt.
Zum Abschluss der Demonstration gab es dann noch einen Auftritt der Rapper K-Flow’s and Gipsys Evidence, Prince-H und der Sängerin Jana.

Vielen Dank an alle die am Samstag da waren und uns unterstützt haben! Der Protest wird weitergehen!
Alle Roma bleiben hier!

Amen Roda
te acavolpe o paldipe/Abschiebung e Romengo
sa e Roma te achon kate
tumacora pe amari chib Romani
i ako sam ano Duldung te saj te cera
so majspet te iklja katar e cumezora
amare ljila e doktorese tena ingorisin

Mi zahtevamo
da se zaustavi Abschiebung za sve rome
ostanak svim romima
pravi prevodilac koji prica romski
da mozemo da radimo i akosmo na Duldung
mogucnost u privremenim stacionima da brze napuste
nase atesti nesmeju da se ignorisu

Wir fordern:
Den Abschiebestopp für alle Roma
Ein Bleiberecht für alle Roma
Dolmetscher, die Romanes sprechen
Uneingeschränkte Arbeitserlaubnis für Geduldete
Die Möglichkeit die Erstaufnahmeeinrichtungen schneller zu verlassen
Die Atteste der (Fach-)Ärzt_innen dürfen nicht ignoriert werden

TAZ:Roma protestieren in Hamburg Keinen Schritt zurück

Drohende Abschiebung nach Mazedonien

English

“No Deportations of Roma! All Roma to Stay here! ”
Hamburg, Germany, Saturday 18 July 2015 – 600 of us gathered for a demonstration.
We were many Roma from asylum and immigrant detention centres, representatives from the Lampedusa Group and many supporters. We started at the “Gruener Jaeger” pub with a speech by Peggy Parnass, whose parents were murdered by the Germans in Treblinka concentration camp and who expressed her support and solidarity with the Roma’s protest; “At the moment, thank God, we are not being slaughtered any longer. This is an improvement. But we are being discriminated against, side-lined and repressed. This is still going on, still going on. There is a strong tradition, but it cannot stay like that!”
DSC_5279_sfhdrThere were further speeches from the Lampedusa group, who have criticised the conditions in the camps in their protest in the last few months and who demanded a stop to deportations, the right to remain and unrestricted work permits for those living here.
Then we marched towards Altona chanting “1, 2, 3, 4, all Roma stay here!” and “We are here and we will fight, freedom of movement is everybody’s right”. In Bruno Tesch Square there was a midway rally. A recording was played of a speech from a Freiburg Roma Group. Idriz described the degrading living conditions of Roma living in the so-called “safe countries of origin”. When the protest arrived at Altona Station there was a speech by the Hamburg Refugee Council reporting on the last wave of Roma deportations a few years ago. The latest statements of Olaf Scholz were mentioned who has reinforced the fairy tale of “safe countries of origin”. Asylum applications made by refugees from these countries are almost always rejected as “obviously unreasonable”. Any real scrutiny of the grounds for fleeing and recognition of the many reports of the living conditions of the Roma did not take place. At the end of the demonstration there were performances by the rappers K-Flow’s and Gipsys Evidence, Prince-H and the singer Jana.
Many thanks to all those who joined us on Saturday! The protest goes on! All the Roma stay here!

We demand:
Stop deportations of all Roma
Right to remain for all Roma
Interpreters who speak Romani
Unrestricted work permits for detainees
Opportunities to move out of initial detention centres earlier
Medical certificates must not be ignored.

ROMANO JEKIPE
 .

Foto: © R O M A D N E S s

Foto: © R O M A D N E S s

Foto: © R O M A D N E S s

Foto: © by R O M A D N E S s

 


Demonstration „Keine Abschiebungen von Roma! Alle Roma bleiben hier!“ NDR

Posted by alle bleiben! on Sonntag, 19. Juli 2015

1 Comment

  • aussterbender Biodeutscher

    Das Roma und Sintagesocks muss SOFORT abgeschoben werden und mit ihm die elenden dreckigen linksgrünrotversifften Antispasten!!! Deutschland hat keine Verantwortung für arbeitsscheue Kriminelle! In Mazedonien, Albanien und im Kosovo scheint die Sonne und man kann dort sehr schön Urlaub machen – das geht nur in einem sicheren Land! Also, die sofortige Abschiebung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ihr Gutmenschenabschaum könnt ja gerne für die ganzen ungelernten arbeitsscheuen Sippen bezahlen??????????????

Leave a Reply


 

Weitere Nachrichten

  • News Unterstützt unsere gemeinsame Kampagne – Pass(t) uns allen

    Unterstützt unsere gemeinsame Kampagne – Pass(t) uns allen

    In Deutschland leben aktuell mehr als 11 Mio. Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. 1,5 Mio von ihnen haben keinen deutschen Pass, obwohl sie hier geboren sind. Zugleich liegt die Einbürgerungsquote mit unter 2% im unteren Drittel der EU. Wenn Menschen, die seit Jahren hier leben oder hier geboren sind, nicht vor Abschiebung geschützt sind, nicht wählen dürfen und in ihrem Alltag zahlreichen Beschränkungen unterliegen, ist das nicht nur ungerecht, sondern auch ein massives Demokratiedefizit! Auch angesichts rechtsterroristischer Anschläge und Alltagsrassismus ist […]

    Read more →
  • News 30.11.2022 Antirassistischen Demo anlässlich der IMK 2022 in München

    30.11.2022 Antirassistischen Demo anlässlich der IMK 2022 in München

    Mittwoch, 30.11.2022 – 18.00 Uhr – Geschwister-Scholl-Platz Welche Sicherheit? Wessen Sicherheit? Wir haben ein Sicherheitsproblem! Am 08. August 2022 erschießt die Polizei den 16-jährigen Mouhamed Lamine Dramé, der aus dem Senegal nach Deutschland geflüchtet war. Die Betreuer*innen seiner Jugendhilfeeinrichtung hatten die Polizei verständigt, um eine Selbstverletzung zu verhindern, da er sich in einer psychischen Krise befand. Als die Polizei eintraf, saß Mouhamed in einem Innenhof. Es ging keine Gefahr von ihm aus, trotzdem griffen die Polizist*innen ihn an und schossen […]

    Read more →
  • News Angriff auf Roma – 30 Jahre Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Demo am 27. August

    Angriff auf Roma – 30 Jahre Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Demo am 27. August

    Angriff auf Roma – 30 Jahre Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. Demo am 27. August Im August 1992 haben Rechtsextreme und „besorgte Bürger:innen“ tagelang Geflüchtete, vor allem Roma, sowie vietnamesische Vertragsarbeiter:innen angegriffen und ihre Unterkünfte in Brand gesteckt. Dieser Pogrom war das Ergebnis der politischen und medialen Hetze gegen Geflüchtete Anfang der 1990er Jahre. Fokus dieser rassistischen Debatten waren Roma. In 2022 jährt sich dieser schlimmste Angriff auf Geflüchtete in der Nachwendezeit zum 30. Mal. Aus diesem Anlass findet am 27. August […]

    Read more →
  • Material News Stellungnahme des Bundes Roma Verbands zur Migrationspolitik der neuen Bundesregierung und zum geplanten „Chancen-Aufenthalt“

    Stellungnahme des Bundes Roma Verbands zur Migrationspolitik der neuen Bundesregierung und zum geplanten „Chancen-Aufenthalt“

    Mögliche Perspektiven oder weiterhin Aufenthalte auf Probe? Der Bundes Roma Verband begrüßt die Weiterentwicklung des Aufenthaltsrechtes und die neu geschaffenen Möglichkeiten für viele langjährig Geduldete in der Bundesrepublik Deutschland. Der BRV kritisiert aber die Nichtbeachtung der Interessen und der Situation vieler in Deutschland lebender Roma. Aufgrund der Desintegrationspolitik der letzten Jahrzehnte werden Langzeitgeduldete es auch weiterhin schwer haben, die geforderten Bedingungen zu erfüllen. Gleichzeitig wird es Ausländerbehörden nach wie vor leicht gemacht, die neuen Möglichkeiten für schutzsuchende Roma nicht anzuwenden. […]

    Read more →
  • Lebensgeschichte Material News spende Geflüchtete Roma aus der Ukraine in Polen Ein Reisebericht des Roma Centers

    Geflüchtete Roma aus der Ukraine in Polen Ein Reisebericht des Roma Centers

    Am 26. April fährt die Delegation des Roma Centers in Göttingen los und kommt um 3 Uhr morgens in Krakau an. Nach wenigen Stunden Schlaf treffen wir uns mit der Vorsitzenden und weiteren Ehrenamtlichen der polnischen Roma-NGO Harangos. In einem Hostel haben sie mehr als 100 Roma, überwiegend Frauen und Kinder, untergebracht, die aus der Ukraine geflohen sind und von den offiziellen Unterstützungs-Strukturen komplett im Stich gelassen wurden. Nachdem wir von ihrer desolaten Situation erfahren hatten, haben wir mit mehreren […]

    Read more →
  • Lebensgeschichte Material News Justice for Kosovo Roma. Kosovo Roma Rights Coalition bei EU Roma Week

    Justice for Kosovo Roma. Kosovo Roma Rights Coalition bei EU Roma Week

    Am 16. Mai ist International Roma Resistance Day. An diesem Tag fand 2022 die Eröffnung der EU-Roma Week im Europaparlament in Brüssel statt. Die Kosovo Roma Rights Coalition (KRRC), ein Zusammenschluss von Roma-Organisationen aus verschiedenen europäischen Ländern, hat dort die Veranstaltung »Justice for Kosovo Roma« durchgeführt. Die Veranstaltung wurde gestreamt, jedoch ist die Übersetzung der Beiträge von Romanes auf Englisch eher schwach, daher berichten wir hier ausführlich darüber. In Europa erleben wir derzeit einen Krieg, in dem Roma nicht nur […]

    Read more →
  • News Nie wieder Krieg! 7. und 8. Mai 2022: Demos zum Tag der Befreiung in Göttingen

    Nie wieder Krieg! 7. und 8. Mai 2022: Demos zum Tag der Befreiung in Göttingen

    Samstag, 7. Mai 2022 Demonstration um 14 Uhr am Gänseliesel, Göttingen. Vor wievielen Kriegen Roma geflohen sind, in wievielen Kriegen sie vertrieben wurden, können wir nicht mehr zählen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 1,5 Millionen Roma und Sinti aus rassistischen Gründen verfolgt und ermordet. Der Porajmos, die Vernichtung der Roma im Zweiten Weltkrieg, war die bisher schlimmste Phase in der Verfolgungsgeschichte der Roma. Roma trugen einen bedeutenden Teil zur Befreiung bei. Sie kämpften in der Roten Armee, bei den Partisanen, […]

    Read more →
  • Lebensgeschichte Material News Bewegungsfreiheit und Schutz für Roma aus der Ukraine!

    Bewegungsfreiheit und Schutz für Roma aus der Ukraine!

    Nicht alle Roma verlassen die Ukraine und nicht alle werden Opfer diskriminierender Behandlungen. Doch die Berichte über Diskriminierung von Romnja* an den Grenzen nehmen zu. Sie werden nicht in Autos mitgenommen, Busunternehmen weisen sie ab. In den Ankunftsorten werden sie aus unerfindlichen Gründen von den „weißen“ Ukrainer:innen separiert. Auch in den Ankunftsorten in Deutschland gibt es Schwierigkeiten. Es braucht große Räume Überwiegend Frauen und Kinder sind auf der Flucht, mit Jugendlichen und manchmal pflegebedürftigen Angehörigen. Sie mussten sich von ihren […]

    Read more →